Familienchronik:

Erfahrungsbericht der Familie Erfurt:

Mein Mann Mikail und ich Filiz sind seit 19 Jahre glücklich verheiratet und haben drei Söhne. Durch einen Sportunfall bin ich seit 1981 querschnittgelähmt. Nach unserer Hochzeit bekamen wir drei wundervolle Söhne, Erol, Mert und Cem. Otti 10 Jahre (Golden -Retriever -Hündin), Sela (Collie - Rüde) 5 Jahre und Blazy (Collie - Hündin) 1 Jahr. Es sind Therapie- und Behindertenbegleithunde. Bis zum 24.01.2000 waren wir eine ganz normale und glückliche Familie mit allen Höhen und Tiefen, die eine Familie im Laufe der Zeit so durch macht. Danach fing ein schier unerträglicher Alptraum an..........

Erol ist mit 18 Jahren der Älteste, besucht die 13 Klasse eines Gymnasiums und ist Gott sei Dank gesund.

Unser zweiter Sohn Mert ist 17 Jahre alt und besucht zu Zeit die 10. Klasse einer Hauptschule. Noch in der Geburtsklinik hatte er wiederholt starke Durchfälle und wollte einfach nicht zunehmen obwohl man drei mal eine Milchumstellung vornahm. Die ersten 6 Monate nahm Mert sehr schleppend an Gewicht zu, Nahrung nahm er aber das vierfache eines gesunden Säugling zu sich. Mert hatte 8 - 10 Stühle pro Tag, man konnte regelrecht zusehen, so wie es oben rein kam so kam es unten sofort wieder raus. Die Kinderärztin diagnostizierte immer einen Magen-Darm-Infekt, behandelte ihn dementsprechend aber es wurde nicht besser.
Mit 10 Monaten wurden bei Mert folgende Diagnosen gestellt. Zöliakie (Gluten - Unverträglichkeit / Klebeeiweiß im Getreide), eine seltene Erkrankung des Dünndarms und Milcheiweiß- und Milchzucker- Unverträglichkeit. Fruchtzucker- und Glukose- Unverträglichkeit wurden etwas später diagnostiziert. Er hatte sehr dünne Arme und Beine und einen vorgewölbten Bauch, wie bei einem Kind aus der dritten Welt. Sein Geburtsgewicht betrug ca. 3850 g und mit 10 Monaten ca. 6200 g. Ab diesem Zeitpunkt musste Mert eine strickte spezielle Diät einhalten. Machte er Diätfehler bekam er starke Bauchschmerzen, Durchfall oder Erbrechen.

Unser jüngster Sohn Cem ist 13 Jahre und besucht die 8. Klasse einer Sonderschule. Noch in der Geburtsklinik hatte er mehrere epileptische Anfälle, so das er sofort in die Uniklinik Essen verlegt werden musste. Dort wurde er dann gründlich untersucht. Da das EEG in Ordnung war, durften wir ihn wieder mit nach Hause nehmen. Aber auch dort hatte er durchschnittlich 2x die Woche einen epileptischen Anfall, der jeweils 2 - 3 Minuten mitunter auch bis zu 10 Minuten andauerte. Aufgrund seiner Anfälle wurde er von den Ärzten auf Medikamente eingestellt.

Aufgrund der Erkrankungen von Mert und Cem mussten wir seit ihrer Geburt mit ihnen regelmäßig, die ersten Jahre alle 3, später dann alle 6 Monate ins Uniklinikum Essen um Routineuntersuchungen durchführen zu lassen. Jedes Mal bekamen wir von den Ärzten Folgetermine. Manchmal dauerten diese Untersuchungen einige Tage, manchmal aber auch einige Wochen stationär.

In den ersten Jahren haben wir den Ärzten des Uniklinikums blind vertraut. Im Nachhinein wunderten wir uns jedoch darüber, das diese "Routineuntersuchungen" bei Cem und auch bei Mert zum Teil drei Wochen dauerten.


K I N D E S E N T Z U G  V O N  C E M  U N D  M E R T  E R F U R T !

Am 23.02.2000 kamen zwei von unseren drei Kindern, Cem (damals 8 Jahre) und Mert (damals 11 Jahre) von der Schule nicht mehr nach Hause. Cem wurde morgens mit dem Schulbus zur Körperbehindertenschule und Mert mit dem Taxi zur Realschule in Altenessen gefahren.

Filiz Erfurt - Mutter: Gegen Mittag - ich kochte gerade - klingelte es an der Tür und zwei Sozialarbeiter vom Jugendamt standen vor der Tür, Frau Heinenberg und Herr Scheitgen, sie sagten zu mir, ich zitiere: "Es tut uns leid Frau Erfurt, wir müssen Ihnen eine schlechte Nachricht mitteilen, Mert und Cem werden heute nicht aus der Schule nach Hause kommen, wir haben sie von den Schulen abgeholt und sie zwangsweise in die Kinder- und Jugendpsychiatrie Essen eingewiesen."

"Später erfuhren wir das die Schulen über eine Woche vorher darüber informiert waren, das die Kinder aus den Schulen während des Unterrichts herausgerissen werden sollten, aber ihnen wurde gedroht, wenn sie etwas zu uns sagen, würden sie bestraft werden."

Weiter kamen sie nicht. Ich dachte, jemand reißt mir den Boden unter den Füßen weg, Mir wurde schwarz vor Augen, ich bekam keine Luft mehr mir wurde speiübel und dann erlitt ich einen schweren Anfall (bis heute weiß ich nicht ob es ein Asthma- oder Epileptischer Anfall war) und habe danach nichts mehr mitgekriegt.

Gegen 15.00 Uhr kam mein Mann von der Arbeit. Als er über die Terrasse die Wohnung betreten wollte, fiel ihm auf, das die Terrassentür weit aufstand. Unsere beiden Hunde standen verstört auf der Terrasse. Im Wohnzimmer lag der Rollstuhl lehr und umgekippt neben der Couch, zwei Asthmasprayflaschen und Deckel lagen verteilt auf dem Boden. Panik stieg in ihm hoch, er wusste nicht was los war. Mit einem Mal stand ein Nachbar in der Terrassentür und erzählte ihm aufgeregt, das Erol bei ihm zu Hause wäre und es ihm gut ginge, aber Mert und Cem wurden aus den Schulen entführt. Zwei Leute vom Jugendamt hätten ihm einen Zettel in die Hand gedrückt und gesagt, "er solle ausrichten, das mein Mann dort anrufen soll und seine Frau wäre mit Blaulicht ins Krankenhaus gefahren worden aber er wüsste nicht in welches.

Mein Mann rief sofort verschiedene Krankenhäuser an, bis er mich schließlich im Philippusstift auf der Psychiatrie in Essen Borbeck fand. Danach ging er sofort zum Jugendamt. Erst dann und dort wurde ihm ein Beschluss über einen Sorgerechtsentzug in die Hand gedrückt. Das Jugendamt hat einfach unsere Kinder aus den Schulen gerissen und zwangsweise in die geschlossene Kinder- und Jugendpsychiatrie gesteckt, obwohl wir vorher noch keinen Sorgerechtsentzug - Beschluss in der Hand hatten. 

Wir konnten nicht fassen das man zuerst zur Gertrud -Bäumer - Realschule in Altenessen  von Mert fuhr, der Rektor klopfte an der Klassentür und wollte Mert sprechen. Mert sagte das er sofort wusste das irgendetwas nicht stimmte. Er trat vor die Tür, dort stand der Rektor mit Frau Heinenberg und Herr Scheitgen vom Jugendamt. Man teilte Mert mit das er nicht mehr nach Hause dürfte und er mit diesen fremden Leuten mitfahren sollte. Mert bekam Panik und rannte los. Herr Scheitgen (ein Mann wie ein Baum) hinter Mert hinterher. Er holte Mert ein und stellte ihm ein Bein. Mert fiel hin und schlidderte über den ganzen Flur. Danach packte Herr Scheitgen Mert im Nacken und drehte ihm einen Arm auf den Rücken. So wurde Mert zum Auto mit 11 Jahren abgeführt. Als Mert im Auto saß wurden sämtliche Türen verriegelt. Danach fuhr man zur Körperbehindertenschule Hellen - Keller  in Essen Stadtmitte. Dort ging man zu Cem in die Klasse, Cem war 8 Jahre alt, die Klassenlehrerin nahm Cem auf den Arm, ohne Schuhe und Jacke brachte sie das weinende und verzweifelte Kind zum Auto. Beide Kinder fielen sich weinend in die Arme und wurden von da aus in die geschlossene Kinder und Jugendpsychiatrie Essen verfrachtet. 

Später erfuhren wir, das die Schulen schon eine Woche bevor man die Kinder aus den Schulen entführte, vom Jugendamt darüber informiert wurden wann das alles geschehen sollte. Gleichzeitig wurden sie vom Jugendamt gewarnt das sie bestraft werden würden, wenn irgendjemand uns vorher etwas verraten würde. Warum wurde alles so hinterlistig abgewickelt? Hätte man zu uns gesagt, man hätte den Verdacht das ich meine Kinder krank machen würde, dann hätten wir alles menschenmögliche getan um zu beweisen das an diesem Vorwurf nichts dran ist. Man warf uns vor, das wir nicht kooperativ gegenüber den Ärzten gewesen waren, wenn es um weitere Untersuchungen an unseren Kindern ging. Nur weil wir eine andere Meinung von einer anderen Klinik und anderen Ärzten einmal einholen wollten haben wir doch kein Verbrechen begangen. Eigentlich ist es doch ein Grundrecht. Nur ein mal wollten wir eine andere Meinung hören. Aber die Uni -Klinik in Essen war sauer, weil wir ihnen ein teueres Spielzeug weggenommen hatten. 

Im September 1999 waren wir zum letzten mal mit Mert und Cem in der Kinderklinik Bottrop beim Chefarzt Herrn Professor Dr. Christian Wolff zur Untersuchung und es hieß, das die Medikamente von Cem weiterhin so eingenommen werden sollten wie bisher. Wir waren auch richtig froh den Ärzten mitteilen zu können, das die Krämpfe bei Cem enorm zurückgegangen seien. Da man uns dort viel besser über Cem aufgeklärt hatte wie im Klinikum. Auch brauchten wir viel weniger Diazepam für Cem. Wir sollten einen neuen Termin in einem halben Jahr  wieder machen. Das taten wir auch. Wir wussten vorher nichts von dem Kinderklau. Und im Februar 2000 stahl man uns unsere Kinder. Herrn Professor Dr. Christian Wolff wurde absichtlich ausgeschlossen von der ganzen Aktion, weil alle genau wussten das er bei dieser Schmierienkomödie nie mitgemacht hätte. 

Am 25.02.2000 war die Anhörung vor dem Amtsgericht Essen. Wir waren noch nicht ganz im Gerichtssaal drin, als Richter Anders mich erbost rügte, ich solle mich nie wieder wagen in einem deutschen Gericht ein Kopftuch zu tragen. In diesem Moment wussten wir, das wir verloren hatten. Wir waren nur mit unserem Anwalt da, Zeugen unsererseits wurden nicht zugelassen. Auf der Gegenseite waren, der Verfahrenspfleger der Kinder Herrn Manfred Müller aus Herne, (er sollte eigentlich die Interessen der Kinder vertreten, vertrat aber die Interessen des Jugendamtes), der Vormund Herrn Achim Arntz und Mitarbeiter Frau Heinenberg und Herr Scheidtgen vom Jugendamt. Der Richter brüllte mich direkt an und meinte, sie haben ihre Kinder extra krank gemacht. Eigentlich dachten wir immer das vor Gericht die Wahrheit gesagt werden müsste aber an diesem Tag verloren wir schon das Vertauen zu diesem Gericht. Wir hatte noch nie so viele Lügen auf einmal gehört. Was die Leute alles glaubten über uns zu wissen war einfach unglaublich.

Es dauerte wahrhaftig bis zum 01.10.2002 als wir vom OLG - Hamm unsere Kinder Mert und Cem zurückgesprochen bekamen weil man wissenschaftlich belegen konnte, das Mert wirklich an Zölieakie litt. Das Jugendamt war tatsächlich in der Lage, die Diagnose Zöliakie noch etliche Monate zu verbergen. Nach dem Kinderklau von Mert und Cem, wusste das Jugendamt und alle Beteiligten schon nach 4 Monaten das Merts Biobsie auf Glutenunverträglichkeit positiv war. Trotz dieser Information wunde dieses Kind weiterhin Glutenhaltig ernährt (es war und ist natürlich viel billiger). Bis zu diesem Tag sind wir alle durch die Hölle gegangen.

Nachdem Mert und Cem 6 Wochen lang in der geschlossenen Psychiatrie in Essen unter der Aufsicht von Herrn Prof. Dr. Voit mit Medikamenten vollgepumpt und körperlich misshandelt wurden, kamen sie anschließend in ein gemeinsames Heim Namens Villa in Wanderup. In der Psychiatrie durften wir unsere Kinder ca. 3 mal unter strenge Aufsicht sehen, danach nicht mehr. Alle Heime in denen beide Kinder waren wurden von Helga Breulmann beaufsichtigt. Körperlich wurden die Kinder in dieser Einrichtung nicht misshandelt aber seelisch und psychisch. Jeden Tag gab es eine Gesprächstherapie in denen unseren Kindern gesagt wurde, das ihre Eltern sie nicht mehr lieb hätten und das sie jetzt bis sie 18 Jahre alt wären dort bleiben müssten. Einen Tag später rief Mert von dort oben an und fragte weinend nach ob wir sie nicht mehr lieb hätten und sie für immer dort bleiben müssten. Es zerriss uns fast das Herz weil er zusätzlich von uns verlangte das wir ihn und seinen Bruder sofort abholen sollten. Wir mussten ihn vertrösten, da wir sonst ins Gefängnis müssten.    

Fortsetzung folgt... 

Der Absturz des Münchhausen Erfinder

Professor’s Zeugenaussagen irreführend“ urteilt der GMC

(James Meikle, Gesundheitskorrespondent,

Donnerstag, 14. Juli 2005  GUARDIAN)

Der Experte für Kindesmisshandlung Sir Roy Meadows machte „fehlerhafte“ und „irreführende“ Zeugenaussagen in dem Strafverfahren gegen Sally Clark, die des Mordes an ihren zwei Söhnen schuldig gesprochen worden war, so entschied der General Medical Council (GMC) [Allgemeiner Medizinischer Rat] gestern.

Der Professor hatte die begrenzte Bedeutung (Relevanz) seiner Befunde nicht dargelegt, eine Voraussetzung regelgerechten Praktizierens, so urteilte der Ausschuss.

Der Kinderarzt, 72, sagte in Mrs. Clarks Verhandlung, dass die Möglichkeit , dass zwei Babies innerhalb einer Familie am plötzlichen Kindstod sterben, eins zu 73 Millionen sei, während das Disziplinarverfahren, das schließlich seine Reputation zerstören könnte, im Verhältnis eins zu 77 stehe.

Professor Meadow habe zwar nicht beabsichtigt, irrezuführen, aber seine gesamten Zeugenaussagen seien irreführend gewesen und er habe „fehlerhaft impliziert“, dass zwei Todesfälle in einer Familie unabhängig voneinander wären. Beweise zeigten [aber] tatsächlich, dass die Möglichkeit eines zweiten plötzlichen Kindstodes in der selben Familie erhöht war.

Das Hearing in London bedenkt noch, falls die Handlungen von Prof. Meadow, 72, einem erheblichen beruflichen Fehlverhalten gleichkommen, einen Urteilsspruch, der zu seiner Niederlage führen könnte. Er hat die gegen ihn gerichteten Vorwürfe zurückgewiesen.

Die Verurteilung von Mrs. Clark wegen Mordes an ihren Söhnen Christopher und Harry war vom Berufungsgericht 2003 aufgehoben worden. Ihr Vater, Frank Lockyer, der den Fall vor den GMC brachte, sagte: „Niemand hat irgendeinen Zweifel daran, dass die Zeugenaussage, wegen der meine Tochter verurteilt wurde, schwer fehlerhaft war.“

„Diese Anhörung war zuerst und vor allem über Strafbarkeit und Zurechnungsfähigkeit, welche gut und genau festgestellt gewesen zu sein scheint. ... Niemand ist glücklich, nicht wahr? Wie kann jemand glücklich sein unter diesen Umständen? Die ganze Sache ist eine Tragödie.“

Er habe zwar nicht „auf irgendjemandes Grab getanzt“, aber er sagte: „Ich bin so zufrieden, wie ich es sein kann.“

Das (Richter-)kollegium sagte, Prof. Meadow von Leeds, habe fehlerhaft gehandelt in seinen Pflichten als sachverständiger Zeuge, wenn er in dem Verfahren in Chester sagte, dass die Chancen gegen zwei Kindstodesfälle in einer Familie naturgemäß entsprächen einem „Verhältnis von eins zu einer Million“ und könnten gleichgesetzt werden mit dem „Gewinn des Jackpots“.

Der Professor, der auch als Zeuge in den Verfahren von Donna Anthony im Jahr 1998 und Angela Cannings im Jahr 2002 aussagte, beide zu Unrecht verurteilt, entschuldigte sich früher im Disziplinarverfahren für „unsensiblen“ Gebrauch von Statistiken im Verfahren von Mrs. Clark.

Mrs. Cannings sagte: „Wir hoffen und beten, dass der GMC ihn für zurechnungsfähig hält und angemessen handelt. Eine meinere größten Fragen ist die, warum es so lange gedauert hat, bis man ihn zur Rechenschaft gezogen hat?  Wenn sie handeln und ihn für zurechnungsfähig halten, bedeutet dies, sie müssen zugeben, dass ein Professioneller es ganz schlecht falsch gemacht hat.“

„Aber wenn sie ihn für nicht zurechnungsfähig erklären, dann werden ich selbst und andere Eltern danach trachten, Klagen gegen ihn vor den GMC durch uns persönlich zu bringen.“

Früher hatte Robert Seabrook für Mr. Lockyer gesagt, Prof. Meadow habe seine fehlgeleiteten und irreführenden Behauptungen über viele Monate“ übergestülpt, er fügte hinzu, „er war ein erfahrener, erfolgreicher Zeuge. Mehr noch, einer mit einem guten Ruf und Ansehen, das war dazu geeignet, für beträchtliches Gewicht zu sorgen.“

Nicola Davies, QC (oberste Anwältin) für Prof. Meadow, sagte, die Tatsache, dass das Gericht sagte, er hätte nicht beabsichtigt, die Jury in Mrs. Clarks Verfahren in die Irre zu führen, sei ein „äußerst wichtiges Urteil“. Er war ein Teil des Rechtsweges.

Sir David Hull, ein pensionierter Kinderarzt des Great Ormond Street Hospitals und Experte der Nottingham Universität, unter den Leumundszeugen von der Verteidigung benannt, sagte, Prof. Meadow war „ein Mann, der tief für das Wohl von Kindern und ihren Familien sorgte.“

[SocietyGuardian.co.uk © Guardian Newspapers Limited 2005]

Übers.: Volker Laubert, 28.07.2005

Kinderarzt aus dem Medizinischen

Register gestrichen   (15.07.2005 05:45 pm)

(Roxanne Escobales und David Batty,

Freitag, 15. Juli 2005  - http://SocietyGuardian.co.uk )

Ein pensionierter Kinderarzt, dessen irreführende Zeugenaussage dazu geführt hatte, dass eine Mutter fälschlicherweise eingesperrt wurde wegen Mordes an ihren zwei kleinen Söhnen, wurde heute aus dem „Medizinischen Register“ gestrichen.

Der GMC fand Professor Sir Roy Meadows, 72, schuldig des erheblichen beruflichen Fehlverhaltens beim Abgeben von Zeugenaussagen im Rahmen seiner Expertise im Verfahren der Anwältin Sally Clark.

Prof. Meadow, ein früherer Präsident des “Royal College of Paediatricians“ (Königliches Kinderarztkollegium), ist damit daran ausgeschlossen von der Ausübung seiner medizinischen Praxis im UK.

Prof. Meadow behauptete fälschlicherweise in Mrs. Clark’s Verfahren 1999, dass es lediglich eine Chance von eins zu 73 Millionen wäre, dass zwei Babies aus einer wohlhabenden Familie wie der ihren, am plötzlichen Kindstod sterben könnten. Die aktuellen Chancen sind aber nur eins zu 77.

Der GMC-Ausschuss für die Tauglichkeit der (Statistik-)Anwendung sagte in seinem Urteil, dass Prof. Meadow seine Pflicht verletzt habe, die Validität seiner Statstiken zu überprüfen. Er fügte hinzu: „Sie hätten davon Abstand nehmen sollen, Zeugenaussagen als Sachverständiger zu machen über Sachen außerhalb Ihrer Kompetenz, aber Sie haben es verfehlt, das zu tun.

Das (Richter-)kollegium entschied, es liege „im öffentlichen Interesse“, den Kinderarzt (aus der Liste) zu streichen, weil die Verletzung seiner Pflichten als sachverständiger Zeuge „signifikant und gravierend“ waren. Die erhebliche und grundlegende Natur seiner Fehler war ferner gegeben durch seinen wiederholten Gebrauch seiner fehlerhaften Statistiken.

Das (Richter-)kollegium kam deshalb zu dem Schluss, dass es „angemessen ist zur Sicherstellung des öffentlichen Interesses und zur Förderung und Aufrechterhaltung des Vertrauens, dass Ihr Name aus dem Medizinischen Register gestrichen wird.“

Prof. Meadows hat 28 Tage Zeit, gegen den Beschluss Beschwerde einzulegen, ehe er rechtskräftig gestrichen ist.

Der Urteilsspruch kam einen Tag nachdem das GMC-Disziplinarkollegium fand, dass Prof. Meadow „fehlerhafte“ und „irreführende“ Zeugenaussagen in Mrs. Clark’s Verfahren 1999 gemacht hat. Ihre Söhne starben am plötzlichen Kindstod-Syndrome (Sudden-infant-death-syndrome = SidS), allgemein bekannt als plötzlicher Kindstod, in den späten 1990er Jahren. Sie verbrachte vier Jahre im Gefängnis, bis ihr Urteil aufgehoben wurde.

In einer Stellungnahme begrüßte Familie Clark das Urteil und rügte Prof. Meadow. Sie drängten den GMC auch, seine Disziplinarverfahren so zu verändern, dass der Prozess beschleunigt wird.

Die Familie Sagte: „Wir sind erfreut darüber, dass nach beinahe sieben langen Jahren, Meadow endlich die Quittung für seinen Beruf vorgehalten bekam wegen seiner fehlerhaften und irreführenden Aussagen, welche nach unserem Empfinden in erster Linie entscheidend waren für die entsetzlichen Rechtsfehler, die Sally erlitt.“

„Wir hoffen, dass die GMC-Urteile endlich eine starke Botschaft senden an die Doktoren, um sie an die Sorgfalt zu erinnern, mit der sie ihrer Pflicht nachkommen, unparteilich zu sein, aufrichtig und ausgewogen, wenn sie als sachverständige Zeugen aussagen.“

Prof. Meadow wirkte auch als sachverständiger Zeuge in den Fällen Angela Cannings und Donna Anthony mit, deren Kinder auch am plötzlichen Kindstod starben und die auch fälschlicherweise verurteilt wurden teilweise auf der Grundlage seiner Aussage.

Mrs. Cannings, die 2003 vom Mord an zwei ihrer Kinder freigesprochen wurde, sagte BBC News 24, dass das Urteil „fantastisch, sehr gute Neuigkeiten“ sei. Sie sagte: „Ich fühle eine gewaltige Erleichterung, dass der GMC ihn verantwortlich gemacht hat für das, was er getan hat.“

Mrs. Cannings Ehemann Terry, 51, ergänzte: „Ich fühle mich gerade sehr entlastet. Ich bin glücklich, dass der gesunde Menschenverstand sich durchgesetzt hat.“

George Hawks, der Anwalt von Donna Anthony, sagte, weder er noch seine Klientin hätten Vergnügen an Prof. Meadows Untergang. Er sagte: „Es ist niemals angenehm für jemanden, seine Karriere auf diese Art zu ruinieren. Ich spreche im Namen von Donna, die in keiner Weise rachsüchtig gegen ihn ist. Alles, was sie jemals gewünscht hat war, dass er zugibt, dass er es falsch gemacht hat, zuletzt in ihrem Fall.“

Der Präsident des „Königlichen Kollegiums der Pädiater und Kindergesundheit“, Professor Sir Alan Craft, sagte zur Rolle von Sachverständigen Zeugen  in Gerichtsfällen, sie müsse dringend überprüft werden, um das öffentliche Vertrauen wieder herzustellen.

Er sagte: „Was nun absolut vorrangig ist, dass etwas Gutes aus der ganzen Episode herauskommt. Wir haben es dringend nötig, die Rolle der sachverständigen Zeugen in unseren Gerichten zu überprüfen und vorzuschlagen, wie das System verbessert werden kann. Vor allem anderen, wir müssen das Vertrauen in die Rolle der sachverständigen Zeugen im Gericht wieder herstellen.“

Sir Alan fügte hinzu, dass das Urteil des GMC, den Prof. Meadow aus der Liste zu streichen, betrüblich sei, weil er während seiner langen und hervorragenden Karriere zweifellos vielen Kindern das Leben gerettet habe.

[SocietyGuardian.co.uk © Guardian Newspapers Limited 2005]

Übers.: Volker Laubert, 03.08.2005

 

Zeitleiste: Sir Roy Meadow

Der führender Kinderarzt Professor Sir Roy Meadow,

dessen sachverständige Zeugenaussage dazu beitrug,

Sally Clark, Angela Cannings und andere Frauen einzusperren,

die später vom Vorwurf des Mordes an ihren Kindern freigesprochen wurden, wurde heute durch eine Disziplinarkammer aus dem Medizinischen Register gestrichen.

(David Batty erläutert die Geschichte des Falles. Freitag, 15. Juli 2005 http://SocietyGuardian.co.uk)

November 1998   Donna Anna wird fälschlicherweise durch das Kgl. Gericht Bristol lebenslang eingesperrt wegen Mordes an ihrer 11 Monate alten Tochter Jordan, und an ihrem vier Monate alten Sohn Michael, nachdem Professor Meadow und andere Sachverständige dem Gericht sagen, die Chancen für zwei plötzliche Kindstodesfälle in einem Fall wie dem ihren lägen bei eins zu einer Million.

November 1999    Die Rechtsanwältin Sally Clark wird fälschlicherweise lebenslang eingesperrt wegen Mordes an ihren beiden kleinen Söhnen Christopher und Harry. Prof. Meadow sagt dem Gericht, es gäbe eine Chance von eins zu 73 Millionen, dass sich zwei Fälle des plötzlichen Kindstodes in einer Familie wie ihrer ereignen.

Juni 2000    Donna Anthony’s erste Beschwerde gegen ihre Verurteilung wird abgelehnt.

Oktober 2000    Mrs.’s Clarks erste Beschwerde gegen ihre Verurteilung wird abgelehnt, obwohl drei Richter annehmen, dass Prof. Meadow’s statistische Beweisführung fehlerhaft ist. Die tatsächliche Wahrscheinlichkeit, dass zwei Kinder am plötzlichen Kindstod in einer Familie wie der von Mrs. Clark sterben, lag tatsächlich bei eins zu 77.

Januar 2003    Das Berufungsgericht hebt die Verurteilung von Mrs. Clark auf, nachdem sich abzeichnet, dass ein pathologisches Zentralinstitut fehlerhaft gearbeitet hat, als es mikrobiologische Tests an ihrem Sohn Harry offenlegte, die darauf hinwiesen, dass er aus natürlichen Gründen hätte gestorben sein können. Sie fügten hinzu, dass allein Prof. Meadow’s statistische Irrtümer eine Verurteilung ungewiss gemacht hätten.

Juni 2003   Trupti Patel wird freigesprochen vom Mord an drei ihrer Babies, obwohl Sir Roy weiter festhält an der Sichtweise, dass „zwei plötzliche Kindstode verdächtig sind, drei sind Mord“. Die Gerichtsverhandlung hört, dass Mrs. Patel’s Großmutte fünf Kinder in früher Kindheit verloren hatte, was auf eine genetische Fehlsteuerung für die Todesfälle hinweisen könnte. Ein konsultierter kinderärztlichere Pathologe sagt dem Gericht auch, dass die erlittenen Rippenbrüche bei einem der Babies das Ergebnis von Wiederbelebungsversuchen in der Klinik sein könnten.

Dezember 2003    Angela Cannings’ Verurteilung wegen Mordes an ihren beiden Knäblein wird aufgehoben, nachdem ein Genetiker dem Berufungsgericht sagt, dass eine unentdeckter genetische Fehlentwicklung für die Todesfälle in Betracht kommen könnte. Das Gericht sagt, dass in Zukunft dort keine strafrechtliche Verfolgung in Gang gesetzt werden sollte, wo sich medizinische Experten streiten und wo kein anderer stichhaltiger Beweis erbracht wird.

Januar 2004     Der Kronanwalt, Lord Goldsmith, ordnet eine Wiederaufnahme aller Verurteilungen während der vergangenen 10 Jahre für Eltern und Betreuer an wegen Mordes an ihren Kindern unter zwei Jahren, wenn sie ähnlich gelagert waren wie im Cannings-Fall.

Dezember 2005   Lord Goldsmith gibt bekannt, dass gerade sechs Eltern, die beklagen, sie wären fälschlicherweise wegen Ermordnung ihrer Kinder verurteilt worden aufgrund widersprüchlicher medizinischer Zeugenaussagen, die CCRC (Kommission für die Wiederaufnahme von Kriminalfällen) angerufen haben, um ihren Fall an das Berufungsgericht zu verweisen.

April 2005   Mrs. Anthony ist wieder in Freiheit, nachdem das Berufungsgericht ihre Verurteilungen als „unsicher“ aufhob. Das Gericht sagt, ihr Verfahren sei geführt worden auf der Grundlage von Prof. Meadow’s nunmehr diskreditierter Theorie, zwei Fälle des plötzlichen Kindstodes in derselben Familie sei statistisch selten.

Juni 2005    Der GMC (Allgemeiner Medizinischer Rat),die Aufsichtsbehörde für Ärzte, eröffnet ein Hearing zu „beträchtlichem beruflichen Fehlverhalten“ in  Prof. Meadow’s Beweisführung im Falle Sally Clark’s.

Juli 2005   Der GMC streicht Prof. Meadow aus dem Medizinischen Register, nachdem er ihn schweren beruflichen Fehlverhaltens für schuldig befunden hat. Der Rat entscheidet, er habe in Mrs. Clarks Verfahren als Zeuge „fehlerhaft“ und „irreführend“ ausgesagt.

[SocietyGuardian.co.uk.© Guardian Newspapers Limited 2005]

Übers.: Volker Laubert, 05.08.2005

Q&A: Sir Roy Meadow’s Disziplinarverfahren

Der Kindesmisshandlungs-Experte Professor Sir Roy Meadow wurde aus dem Medizinischen Register gestrichen wegen „schwerwiegender irreführender“ Zeugenaussagen, die zu Sally Clarks fehlerhafter Verurteilung wegen Mordes an ihren beiden Babies geführt hatte. David Batty prüft die Kontroverse.

Freitag, 15. Juli 2005    http://SocietyGuardian.co.uk

Wer ist Professor Sir Roy Meadow?

Ehemals angesehen als einer von Britanniens bedeutendster Kinderärzte, spielte Sir Roy Meadow eine Rolle in den Fehlurteilen gegen mehrere Mütter wegen [angeblichen] Mordes an ihren Kindern. Seine Rolle in den Justizirrtümern trübte sein Ansehen als dem ersten Präsidenten des „Königlichen Kollegiums der Kinderärzte und [für] Kindergesundheit“ und seine Entdeckung einer seltenen Form der Kindesmisshandlung, welche er „Münchhausen-by-proxy-Syndrome“ (MSBP(MbpS) nannte, das aber oft vereinfachend „Meadow’s Syndrome“ genannt wird. Nachdem er sich 1998 zur Ruhe gesetzt hatte, fuhr der 72-Jährige fort, als sachverständiger Zeuge in Gerichtsverfahren wegen Kindesmisshandlung zu arbeiten.  Der Allgemeine Medizinische Rat (General Medical Council/GMC) hat ihn nun aus dem medizinischen Register gestrichen wegen seiner – wie er es nannte – irreführenden und fehlerhaften Zeugenaussagen in einem dieser Fälle.

Was ist die Theorie?

Das Syndrom, das Prof. Meadow so genau beschrieb, ist eine seltene und bizarre Form der Kindesmisshandlung, in welcher die Betreuer – üblicherweise die Mütter – Krankheitssymptome bei ihren Kindern erzeugen, aufbauschen oder hervorrufen, um für sich selbst Aufmerksamkeit zu erlangen.  Das „Great Ormond Street-Kinderhospital“ in London sieht nicht mehr als 12 Fälle MbpS pro Jahr, jetzt umbenannt in „nachgemachte oder hervorgerufene Krankheit“.

Worüber ermittelte der GMC?

Prof. Meadwo wurde für schuldig befunden schwerwiegenden beruflichen Fehlverhaltens im Laufe seiner Zeugenaussagen im Verfahren von 1999 gegen die Anwältin Sally Clark, die rechtsfehlerhaft verurteilt und für lebenslänglich eingesperrt wurde wegen Mordes an ihren beiden kleinen Söhnen, Christopher und Harry. Ihre Verurteilung wurde in der Berufung aufgehoben im Jahr 2003. Eine GMC-Disziplinarkammer entschied, er habe „seine Position als Doktor missbraucht“, indem er irreführende Zeugenaussagen in dem Verfahren gemacht hat. Sie sagte, die Folgen seines Irrtums „können nicht auf die leichte Schulter genommen werden“.

Was wir die irreführende Zeugenaussage?

Professor Meadow sagte dem Gericht, es sei eine eins zu 73 Millionen Chance, dass sich zwei Fälle von „plötzlichem Kindstod“ in der Familie Clark ereignen. Mit 700.000 Lebendgeburten pro Jahr in England, Wales und Schottland wäre das ein Ereignis, das sich bei einer Chance „von einmal alle hundert Jahre“ ereignen würde, fügte er hinzu. Aber diese Zeugenaussage, dazu [das Weglassen] der Darstellung von genetischen oder milieubedingten Faktoren, war auch offensichtlich falsch, denn nach 25 Jahren Forschung zeigt sich, dass das Risiko von zwei Fällen von plötzlichem Kindstod in einer Familie  nur eins zu 77 beträgt. Eine im letzten Dezember in der „Lancet“ veröffentliche Studie fand heraus, dass zwei Fälle von plötzlichem Kindstod in der selben Familie weit öfter das Ergebnis natürlicher Umstände sind als von Misshandlung.

Wann zeigten sich Fehler in der Zeugenaussage?

Fehler in der statistischen Zeugenaussage wurden ersichtlich zu der Zeit, als Mrs. Clark’s Fall im Jahr 2000 vor das Berufungsgericht kam. Aber sie wurde nicht freigelassen bis zu ihrer zweiten Beschwerde – nachdem sich herausstellte, dass der Pathologe des Innenministeriums, Alan Williams, mikrobiologische Untersuchungen über ihren Sohn Harry nicht weitergegeben hatte, die besagten, er könnte eines natürlichen Todes gestorben sein.

Gab es ähnliche Fälle?

Prof. Meadow machte Zeugenaussagen in drei anderen Fällen, win denen Mütter angeklagt wurden wegen Mordes an ihren Kindern. Sieben Jahre zuvor wurde Donna Anthony eingesperrt wegen Mordes ihres Sohnes und ihrer Tochter, nachdem der Professor und andere Experten dem Gericht gesagt hatten, die Chancen für zwei Fälle von plötzlichem Kindstod in einem Fall wie ihrem, lägen bei eins zu einere Million. Sie wurde freigelassen im April nachdem das Berufungsgericht ihre Verurteilung als „unsicher“ aufgehoben hatte.

Angela Cannings hat ihre Verurteilung wegen Mordes an ihren beiden kleinen Söhnchen letztes Jahr aufgehoben, nachdem sie 18 Monate im Gefängnis verbracht hatte. Das Berufungsgericht sagte, dass in Zukunft keine Strafverfolgung geführt werden dürfe, wenn medizinische Experten im Widerspruch sind und wenn keine anderen überzeugenden Beweise erbracht werden.

Trupti Patel, angeklagt wegen Erstickens von dreien ihrer Babies, wude freigesprochen vom Mordvorwurf im Jahr 2003. Während des Verfahrens erwies sich, dass Mrs. Patel’s Großmutter fünf Kinder während ihrer frühen Kindheit verloren hatte, was nahe legt, dass eine genetische Fehlsteuerung für die Todesfälle verantwortlich war.

Was ist die weitere Bedeutung des Falles?

Der GMC sagte, Prof. Meadows Handeln in Mrs. Clarks Fall habe die Position aller Ärzte „ernsthaft untergraben“ die Zeugenaussagen in Verfahren machen. Es gab Anfechtungen zu etlichen Kindermord-Verurteilungen, in denen die medizinische Zeugenaussage bestritten wird. Letzten Monat begannen vier Betreuungspersonen  ein Beschwerdeverfahren gegen ihre Verurteilung wegen Mordes an ihren Babies durch gewalttätiges Schütteln, und andere 89 Eltern oder Betreuer könnten ihre Verurteilungen wegen Tötens ihrer Babies wiederaufnehmen lassen, wenn diese Testfälle erfolgreich sind darin, Zweifel zu säen am Vorliegen des „Schütteltrauma-Syndroms“. Der Fall könnte auch juristische Schritte von Eltern auslösen, denen die Familiengerichte ihre Kinder weggenommen haben.  Die Regierung richtete letzten Sommer eine offizielle Ermittlung ein zur Qualität von medizinischen Sachverständigen-Zeugenaussagen in Verfahren zur Kindesmisshandlung, und der Leider der obersten Gesundheitsbehörde in England, Sir Liam Donaldson, untersucht die Zuverlässigkeit von Sachverständigen-Zeugenaussagen in den Familiengerichten.

[SocietyGuardian.co.uk.© Guardian Newspapers Limited 2005]

Übers.: Volker Laubert, 09.08.2005